Galerie Raphael

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Zhang Xiaogang

*1958 in Kunming, China

Biographie

Zhang Xiaogang gilt als einer der bedeutendsten Künstler der zeitgenössischen chinesischen Kunstwelt. Er wurde 1958 in der Stadt Kunming in der chinesischen Provinz Yunnan geboren. Schon früh ermutigten ihn seine Eltern dazu, sich mit Kunst zu beschäftigen – ihnen ging es dabei vor allem darum, dass der Sohn zuhause bleibt und nicht in Schwierigkeiten gerät. Er wurde während den politischen Umwälzungen der 1960er und 70er Jahre – als Kulturrevolution bekannt geworden – erwachsen, einer Zeit, die sein Œuvre bis heute beeinflusst. Nach seinem Studium an der Sichuan Academy of Fine Arts von 1976 bis 1982, blieb die erhoffe Lehrstelle aus und Xiaogang verfiel in eine schwere Depression, litt unter Alkoholismus und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Auch diese dunkle Zeit verarbeitet er in einigen Werken.

Inspiriert von Familienfotos aus der Zeit der Kulturrevolution sowie der europäischen Tradition des Surrealismus, setzen sich seine Werke mit dem Begriff der Identität innerhalb der chinesischen Kultur des Kollektivismus auseinander. In seinen oftmals in Grautönen gehaltenen, surrealen Porträts stellt Xiaogang eine nicht enden wollende Fülle an „Familie“ dar: Figuren, die sich auf beunruhigende Weise ähneln und doch durch winzige Verschiedenheiten voneinander differenzieren. In der Serie „Bloodline“, durch die der Künstler fast über Nacht weltberühmt wurde, sind alle Charaktere eine Variation seiner eigenen Mutter, wobei er ihnen jeweils kein Geschlecht zuweist.

Nicht nur die namen- und zeitlosen Figuren, sondern auch eine Reihe von Symbolen tauchen immer wieder in seinen Werken auf, besonders in der Serie „Amnesia and Memory“. Das rote Baby, mit dem er all seine Erinnerungen an die Jahrzehnte lang verdrängte Kindheit zurückholt – ein Kontrast aus positivem Lebenssymbol und strenger Ein-Kind-Politik, oder der Fernseher, der sowohl Informations- als auch Propagandazwecken dient, sind prägnante Beispiele. Mit der Bewältigung der Vergangenheit entwickelte er eine ganz eigene Stilrichtung und seine Bilder wurden zum Inbegriff der neuen, zeitgenössischen chinesischen Kunst.