Galerie Raphael

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Horia Damian

*27. Februar 1922 in Bukarest, Rumänien

+14. Mai 2012 in Paris, Frankreich

Biographie

Horia Damian ist 1922 in Bukarest, Rumänien geboren. Als Jungendlicher beginnt er sich für die Malerei zu interessieren und fertigt – zunächst in autodidaktischer Weise – Kopien nach den alten Meistern an. Vor allem Rembrandt und Velasquez passionieren ihn. Mit 18 Jahren stellt Damian anlässlich des Salonul oficial al Primaveri seine Werke zum ersten Mal öffentlich aus. Schon bald erlangt er nationale Berühmtheit. Nach dem zweiten Weltkrieg siedelt er 1946 nach Paris über. Dort ist er zunächst Schüler von André Lhote, später dann von Fernand Léger. Ab 1950 beginnt Damian ein bis heute von einer unvergleichbaren Partikularität geprägtes Werk zu entwickeln. Es folgen Ausstellungen in wichtigen Museen und Galerien weltweit, so z.B. das Musée d’Art moderne de la Ville de Paris, 1972, das Solomon R. Guggenheim Museum, New York, 1976, das Centre Georges Pompidou, Paris, 1980, die Neue Galerie, Sammlung Ludwig, Aachen, 1974, oder auch die Galerie Leo Castelli, New-York, 1957, die Galerie Stadler, Paris (60er, 70er und 80er Jahre), die Galerie Denise René, Paris, New-York, 1978, 1980, 1988, die Galerie Karsten Greve, Paris, 2002. Als weitere wichtige Stationen seines künstlerischen Werdegangs sind wohl seine Teilnahme an der Dokumenta IX 1992 und an der Biennale von Venedig 1993 besonders hervorzuheben. Damian lebt und arbeitet von 2000 bis 2012 in einer stillgelegten Fabrik im Pariser Vorort Chatillon. Am 14. Mai 2012 verstirbt Horia Damian im Alter von 90 Jahren in Paris.

 

Die Bildwelt Horia Damians gebietet Ruhe. In seinen oft monumental großen Werken führt er den Betrachter vor Metaphern des menschliches Seins und Scheidens. Obgleich diese humanistische künstlerische Motivation in den jüngsten Werken des aus Bukarest stammenden Künstlers zweifellos ihren Höhepunkt findet, liegt sie seinem Schaffen jedoch von Beginn an nicht fern. Horia Damian, Jahrgang 1922, erlebt die Schrecken des zweiten Weltkrieges als junger Mann. Der tragische Verlust der Mutter 1944 zwingt ihn bereits früh zur Meditation über die menschliche Existenz und Vergänglichkeit. Nach seiner Umsiedlung 1946 in die damalige europäische Kunsthauptstadt Paris, gestalten sich seine ersten französischen Jahre als schwierige Akklimatisierungsphase. In dieser Zeit reflektiert er über ein weiteres wichtiges Thema seines späteren Schaffens: die Einsamkeit und Isolation. Schon bald wird Damian Schüler Fernand Légers und beginnt seinen künstlerischen Werdegang einzuschlagen. Er erschafft zunächst stark geometrische abstrakte Kompositionen in zartem Kolorit. Bis zum Ende der 50er Jahre nähert sich Damian dann immer mehr dem an, was wir heute als gestuelle oder informelle Malerei bezeichnen würden. Reich an Materie aus Öl-Farbe und Kunststoffharz bleiben seine Kompositionen stets abstrakt. 1963 ändert sich Damians Vorgehensweise dann schlagartig, er beginnt drei-dimensional zu arbeiten und errichtet eine Pyramide im Holzrelief. Von da an kreist seine Themen- und Sujetwahl stets um ein mystisch-architektonisch dominiertes Universum. Die Werke sind meist drei-dimensional und von monumentaler Größe. In jüngster Vergangenheit verlässt Horia Damian den ursprünglich eingeschlagenen Weg seiner künstlerischen Herangehensweise zusehends. Die letzte Werkgruppe, welche die Zeitspanne der Jahre 2000 – 2005 umfasst, zeichnet sich innerhalb des Gesamtoeuvres durch die Revision gewisser thematischer Felder sowie vor allem durch eine völlig neue technische Herangehensweise und die Kombination verschiedener künstlerischer Medien aus. Bei den jüngsten Arbeiten handelt es sich zwar um Bilder, nicht jedoch um klassische zweidimensionale Malerei. Vielmehr collagiert Damian seine Sujets auf die mit Acrylfarben bemalten Bildgründe und verleiht seinen Werken durch dieses Spiel mit der dritten Dimension eine ungeheure Tiefe und Kraft. Die Monumentalität dieser Arbeiten wird natürlich zunächst durch ihre schiere Größe (oft über 2 x 3 m) erlangt, gerade aber der thematische Bezug unterstreicht die Imposanz der Arbeiten. So finden sich in Damians rezenter Bildwelt realistische Darstellungen aufgebahrter und ruhender Menschen, Sarkophage, geöffneter Fenster vor gestirnten Nachthimmel oder Akkumulationen von Stoffsäcken. Mit einfachsten stilistischen Mitteln und trotz einer höchst reduzierten und auf das Wesentlichste beschränkten Darstellung sind diese Werke moderne Allegorien klassischer Themen der Malerei.