Galerie Raphael

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Antoni Clavé

*5. April 1913 in Barcelona, Spanien

+1. September 2005 in Saint-Tropez, Frankreich

Biographie

1913 in Barcelona geboren, besuchte Clavé bereits im Alter von 13 Jahren die Escuela de Artes y Oficios Artisticos y Bellas Artes. Als er parallel dazu eine Lehrstelle als Anstreicher antrat, entdeckte er seine Faszination für die handwerkliche Seite der Tätigkeit – insbesondere für die Arbeitsmaterialien und Farbzubereitung. Diese Faszination zieht sich wie ein roter Faden durch Clavés vielfältiges Werk: Er war sowohl Maler, Druckgrafiker, Illustrator, Bildhauer, als auch Bühnenbilder für Ballett und Oper, der insbesondere für seine dunklen und lyrischen Abstraktionen große Beliebtheit erfuhr.

Ein Jahr nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges, ging Clavé an die Front von Aragon. In dieser Zeit entstanden erste Gouachen und Bleistiftzeichnungen, die der inzwischen 25-jährige Künstler 1938 nach seiner Rückkehr in seiner ersten Ausstellung in der ehemaligen Hauptstadt Mallorcas, Perignan, unweit der französischen Grenze zu Spanien, in einem Tee-Salon zeigt. Mit den daraus erzielten Einkünften ermöglichte sich Clavé eine Reise nach Paris, die sein Leben fortan maßgeblich veränderte. 1944 lernte er beispielsweise Picasso kennen, der langfristig den stärksten Einfluss auf dessen Werk nimmt, und dem Clavé zahlreiche Werkzyklen und Ausstellungen widmete.

Auch die französischen Impressionisten, besonders Bonnard und Vuillard, inspirierten den Künstler zu seinem unverkennbaren Stil der Collage. Aus einer Kombination von Farbe und Materialien wie Holz und Metall, erschuf er reich strukturierte Kompositionen.

Clavé gelang der internationale Durchbruch bereits in den 1950ern und stellte in Nord- und Südamerika, Europa und Asien aus.

In den 1960ern erweiterte der Künstler die Collage ins Dreidimensionale und erschuf Basreliefs, Assemblagen und totemähnliche, archaische Skulpturen aus Holz, modelliertem oder bedrucktem Blei und teilweise eingefügten Fundstücken.

All jene Einflüsse sind gut in den hier vorliegenden Werken wiederzufinden, denn auch in der Druckgrafik bediente sich der Künstler an sogenannten Objets trouvés, wie zum Beispiel den im Tiefdruck erkennbaren Lederhandschuhen mit Steppnähten, alltäglichen Gegenständen wie Nägeln, Büroklammern, aber auch nicht klar zuzuordnende Fragmente aus Metall.

Als wiederkehrende Symbole tauchen zudem immer wieder vereinzelt Sterne, Uhren, Pfeile, Dreiecke und Kreise in seinen Werken auf und regen den Betrachter zum Denken und Suchen an.

Häufig verwendete er in seinen Werken Zeitungen und andere Druckmaterialien in einer Art und Weise, die an die französische Schule der Affichisten erinnert.

Bereits zu Lebzeiten wurde der Künstler bspw. 1978 mit einer umfassenden Retrospektive im Centre Pompidou, Paris, oder 1984 mit der Widmung des spanischen Pavillons auf der Biennale von Venedig geehrt.

Antoni Clavés Werk befindet sich u.a. in den Sammlungen des Pariser Museum of Modern Art, des Fine Arts Museum of San Francisco und der Tate Gallery in London. Der katalanische Künstler starb am 31. August 2005 in seiner Wahlheimat (seit 1965) Saint Tropez, Frankreich.